Eingebettet in sanfter Hügellandschaft fügt sich das Wohnhaus selbstverständlich in die umgebenden Weingärten der Hügelkuppe ein. Trotz der exponierten Lage bildet es aufgrund der Materialität und seiner formalen Zurückhaltung eine Einheit mit der Landschaft und sitzt selbstbewusst, den Giebel Richtung Tal blickend, am Hang. Den Ausgangspunkt für das Einfamilienhaus bildet ein Bestandsgebäude aus den 60er Jahren, das bis auf den darunter liegenden Gewölbekeller aus Stein zur Gänze abgetragen wurde. Das neue Gebäude gliedert sich in zwei Baukörper: über den Steinkeller wurde ein rechteckiger Kubus mit Steildach gesetzt - eine Hommage an das ehemalige Gebäude, das in gleicher Ausrichtung und ähnlicher Kubatur hier gestanden hatte. Die monolithische Bauweise aus gefärbtem Isolationsbeton, die Struktur der sägerauen Holzbretterschalung und die wenigen quadratischen Öffnungen verleihen dem Gebäude einen introvertierten Charakter. Dementsprechend befinden sich im Inneren der Schlaf- und Nassbereich sowie eine Galerie als Rückzugsort. Der braune Farbton und die haptische Textur der Betonwände vermitteln Behaglichkeit und geben nur vereinzelt durch die breiten Holzrahmen der Fenster ausgewählte Bildausschnitte des 360 Grad Panoramas wieder. An der Ostseite des Gebäudes schließt orthogonal ein flacher, langgezogener Baukörper an, der den Wohn-, Ess- und Kochbereich sowie die Garage integriert. Dieser raumhoch verglaste Teil des Hauses mit dem auskragenden Flachdach aus sichtbaren Vollholz lässt die umgebende Landschaft in das Gebäude diffundieren sodass die Hülle keine Grenze von Außen nach Innen bildet sondern Natur und Gebautes fliesend ineinander übergehen.

Neubau 2015

Information

dipl. ing. ulrike tinnacher
ballhausgasse 3
8010 graz
atelier@ulriketinnacher.at
0664 42 10 607

entwürfe:
ulrike tinnacher

fotos:
simon oberhofer, wolfgang croce, paul stajan, ulrike tinnacher

möbel, tischlerarbeiten:
breitenthaler

baufirma:
röck gmbh

webdesign:
nice department